Was ist ein Stereo Mikroskop?

Das Stereomikroskop ist ein spezielles Mikroskop, dass ein Präparat in eine 3D-Bild versetzen kann. Dies nennt man auch „Stereo-Effekt“. Üblicherweise Vergrößern solche Mikroskope ab einer Größe von 100:1, da die Schärfentiefe abnimmt und es so am besten für das räumliche Bild geeignet ist.
Diese Art von Lichtmikroskopen wir im Fachjargon als Stereolupe oder Binokular bezeichnet, was nicht zu verwechseln ist mit dem binokularen Mikroskop!
Das Binokular hat zwei vollständig geteilte Strahlengänge, wodurch das Präparat von zwei Blinkwinkeln (zwischen 11 und 16 Grad) betrachtet wird, was den 3D-Effekt auslöst. Dies nennt man Konvergenzwinkel (von der Nahakkommodation ausgegangen). Das binokulare Mikroskop hingegen hat zwar zwei Okulare, jedoch nur einen Strahlengang der das Bild lediglich aufteilt um den Ermüdungsprozess bei der Arbeit verlangsamt, da es weitaus angenehmer für das menschliche Auge ist. Es gibt also nur ein und dasselbe Bild wieder für beide Augen und nicht wie das Binokular/Stereomikroskop zwei Bilder aus unterschiedlichen Winkeln.

stereo-mikroskopDiese Art von Mikroskopen werden in der Biologie, Medizin, den Ultramikortomen sowie in der Zahnheilkunde verwendet. Jedoch gibt es jeweils abgewandte Formen dessen. In der Gynäkologie werden Koloskope und in der Augenheilkunde Spaltlampenmikroskope eingesetzt.
Hans Spemann hat seinen Nobelpreis auf der Grundlage des Binokular erworben. Heißt ohne dessen Erfindung wäre der ihm vermutlich verwehrt geblieben.
Die typischen Operationsmikroskope sind geringfügig stärker durch eine Zweitbeobachtungseinrichtung, abgesehen vom größeren freien Arbeitsabstand.
Für die Biologie gibt es unterschiedliche Stativtypen, die man je nach Verwendungszweck austauschen kann, wie zB das Freiarmstativ für größere Präparate.

Stereomikroskope werden allerdings nicht nur in biologisch bezogenen Fachgebieten eingesetzt, sondern auch in der Geologie, der Paläontologie und in der Mineralogie, die den Forschungsprozess beschleunigen.
Um großflächige Gesteinsdünnschliffen in der Geologie zu Untersuchen wurden aufsetzbare Polarisationsdrehtische mit Analysatoren entwickelt. Außerdem gibt es einschiebbare Hilfsobjekte (wie zB. Lambda-Plättchen). Dies wird unter die Frontlinse des Objektivs geklemmt.

Sofern die Durchlichtbeleuchtung nicht im Stativfuß integriert ist, wird das Präparat von Oben beleuchtet. Die modernen Modelle sind auch mit einer Dunkelfeldbeleuchtung ausgesattet, was die Mischlichtwiedergabe ermöglicht.
Bei entwicklungsphysiologischen Untersuchungen wird häufig mit UV-Licht gearbeitet.

Sonderformen, wie das Makroskop, ähneln den Stereoskopen enorm, es handelt sich dabei allerdings um Auflicht-Fotomikroskope für niedrigere Vergrößerungsbereiche. Dies wird verwendet um Bildfehler des Stereomikroskops auszuschließen.

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